FAQ Flucht

FAQ Flucht

Wichtige Begriffe zu den Themen Flucht, Asyl, Arbeit und Ausbildung kurz erklärt

3+2-Regel

Gesetzliche Regelung, die Geflüchteten, deren Asylantrag abgelehnt wurde, unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, für die Dauer ihrer Ausbildung (in der Regel drei Jahre) in Deutschland zu bleiben. Bei anschließender Beschäftigung verlängert sich das Aufenthaltsrecht um zwei weitere Jahre.

Assistierte Ausbildung

Fördermodell der Agentur für Arbeit, durch das Azubis und Betrieb während der Ausbildung zum Beispiel durch Sprachunterricht oder organisatorisch unterstützt werden.

Asyl

Grundrecht, das Menschen, die in anderen Regionen der Welt Gewalt, Krieg oder Terror ausgesetzt sind, berechtigt, in Deutschland Schutz zu finden.

Aufenthaltsstatus und Arbeitsmarktzugang
  • anerkannte Flüchtlinge: befristete Aufenthaltserlaubnis oder unbefristete Niederlassungserlaubnis für Deutschland; Ausüben einer Beschäftigung uneingeschränkt möglich
  • Asylbewerber: Aufenthaltsgestattung bis zur Entscheidung über den Asylantrag; Wartefrist für Aufnahme einer Beschäftigung: drei Monate ab Äußerung des Asylgesuchs, Beschäftigung oder Ausbildung nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bzw. der Ausländerbehörde möglich
  • Geduldete: Aufenthalt in Deutschland möglich, solange die Abschiebung ausgesetzt ist; Beschäftigung nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bzw. der Ausländerbehörde möglich (Wartefrist: drei Monate ab Erteilung der Duldung)

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Förderangebot der Agentur für Arbeit mit dem Ziel, Jugendliche durch fachliche und sprachliche Nachhilfe sowie sozialpädagogische Betreuung bei ihrer Ausbildung zu unterstützen.

BAMF

Kurzform für: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; entscheidet u.a. über Asylanträge

Bfz

Kurzform für: Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft. Bayernweit bieten die 24 Bfz u.a. Sprach- und Integrationskurse, Berufsorientierung, die Vermittlung von Arbeitsstellen, und Ausbildungsbegleitung an.

BIK-Klassen

Kurz für: Berufsintegrationsklassen. Förderangebot für berufsschulpflichtige Geflüchtete mit schlechten Deutschkenntnissen in Bayern, das den Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern soll.

Duldung

Vorübergehende Aussetzung der Abschiebung aus verschiedenen Gründen, s. auch Aufenthaltsstatus und Arbeitsmarktzugang

Einstiegsqualifizierung

Berufsorientierungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit für Ausbildungssuchende, die z.B. einen erhöhten Förderbedarf haben oder nicht über alle Voraussetzungen für die Aufnahme einer regulären Ausbildung verfügen. Ziel ist, die Teilnehmer einer Einstiegsqualifizierung durch ein sechs- bis zwölfmonatiges Langzeitpraktikum auf die Anforderungen der Ausbildung und beruflichen Praxis vorzubereiten.

Genfer Flüchtlingskonvention

Erstmals 1951 beschlossenes und 1967 erweitertes Abkommen von insgesamt über 140 Staaten, das Flüchtlingen rechtlichen Schutz und soziale Rechte in den Unterzeichnerstaaten einräumt.

Integrationspakt Bayern

Initiative von Bayerischer Staatsregierung, bayerischer Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Kernziel ist, bis Ende 2019 60.000 Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung zu bringen.

Positivliste

Auflistung der Bundesagentur für Arbeit über Berufe und Berufsgruppen, für die keine Vorrangprüfung anfällt und die somit auch Asylbewerbern und Geduldeten offen stehen.

Residenzpflicht

Räumliche Einschränkung des Aufenthaltsgebietes für Asylbewerber und Geduldete. Sie beschränkt sich auf ein Bundesland, einen Landkreis oder eine Stadt. Das Verlassen des festgelegten Bereichs bedarf der Zustimmung der Ausländerbehörde. Bei Verstößen droht ein Bußgeld oder Freiheitsstrafe.

Sicheres Herkunftsland

Staat, der seine Bürger per Gesetz schützt und in dem der Bevölkerung nachweisbar keine staatliche Verfolgung droht. Menschen aus einem sicheren Herkunftsland haben eine schlechte Bleibeperspektive und werden in vielen Fällen nach der Ablehnung des Asylantrags in ihr Heimatland zurückgeschickt. Des Weiteren dürfen Asylbewerber aus diesen Staaten keiner Beschäftigung nachgehen. In Deutschland gelten momentan die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien als sichere Herkunftsländer.

Subsidiärer Schutz

Erlaubt Menschen, denen bei einer Rückkehr in ihr Herkunftsland ernsthafter Schaden wie z.B. willkürliche Gewalt, Folter oder die Todesstrafe droht, den Aufenthalt in Deutschland. Subsidiärer Schutz kann gewährt werden, wenn weder Asyl noch der Flüchtlingsschutz in Betracht kommen.

Vorrangprüfung

Prüfung, ob es Bewerber mit deutscher Staatsangehörigkeit, EU-Bürger oder Personen mit Niederlassungs- bzw. Aufenthaltserlaubnis für eine Arbeitsstelle gibt, für die ein Asylbewerber oder eine geduldete Person sich bewirbt. Erstgenannte bekommen dabei in der Regel den Vorzug. Die Vorrangprüfung entfällt für sogenannte Mangelberufe (s. Positivliste).

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