Umgangssprache ist und bleibt Deutsch“

Umgangssprache ist und bleibt Deutsch“

Bäckermeister Lorenz Rager (50) bildet in seiner Ansbacher Backstube einen Syrer und einen Eritreer aus. Mit Fluchtlichter sprach er im Januar 2018 über …

… die Verständigung mit seinen ausländischen Azubis:

Rager: Wenn ich einen jungen Ausländer ausbilde, muss ich mir dafür Zeit nehmen – dessen sollte man sich bewusst sein. Aufgrund der Sprachbarrieren muss man Dinge langsamer und öfter erklären. Ich habe mir eine einfache, klare Sprache angewöhnt. Vieles läuft über die visuelle Ebene, indem ich etwas zeige oder vormache. Weil ich an der Volkshochschule ein wenig Arabisch gelernt habe, fällt mir die Kommunikation ein bisschen leichter. Damit kann man manchmal „eine Brücke bauen“. Aber: Die Umgangssprache ist und bleibt Deutsch.

… Methoden, die Lehrlinge zum Lernen zu motivieren:

Die Fachbegriffe aus der Berufsschule, die sie nicht verstehen, schreiben sie in ein Heftchen. Dann besprechen wir das gemeinsam und ich erkläre sie ihnen. So entsteht eine Art Fachwörterbuch. Ich will jeden Tag mindestens 20 Wörter sehen. Diese Zeit muss man sich täglich nehmen – und auch darauf dringen.

… kulturelle Annäherung im Arbeitsalltag:

Es braucht eine gewisse Toleranz und Offenheit für den arabischen Raum und dessen Kultur. Ich erwarte von Moslems nicht, dass sie Schweinefleisch essen, aber sie müssen es bei mir verarbeiten. Zum Beispiel für eine Schinkenpizza oder beim Belegen von Wurstsemmeln. Da kann ich keine Ausnahme machen.

… die Zusammenarbeit mit den Behörden:

Beim Arbeitsamt und allen anderen Behörden bin ich offene Türen eingerannt. Die haben alles unbürokratisch und schnell genehmigt. Bei meinen beiden Azubis gab es keine Probleme. Innerhalb von drei, vier Tagen war alles erledigt.

… seinen Beitrag zur Integration:

Jetzt sind die Flüchtlinge da, also müssen wir schauen, dass wir etwas Positives daraus machen. Niemandem ist geholfen, wenn er arbeitslos zu Hause sitzt. Wenn ich den Leuten Arbeit gebe, dann sind sie 40 Stunden die Woche beschäftigt und lernen Deutsch dabei. Ich denke schon, dass das ein Beitrag zur Integration ist.

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